Historie der VSRN


1951


Gründung der VSRN

10/1979  

 

Auflösung der alten, gemeinsam mit dem Berufsverband seit 1951 bestehenden VSRN und Neugründung in Karlsruhe als freigemeinnützige wissenschaftliche Gesellschaft zur Förderung der Medizinischen Radiologie im südwestdeutschem Raum (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saargebiet)

 

Gründungsmitglieder der neuen VSRN:

Dr. med. Heyler, Pforzheim,
Dr. med. Lechner, Leonberg,
Dr. med. März, Stuttgart,
Dr. med. Marquard, Stuttgart,
Dr. med. Rees, Karlsruhe
Prof. Dr. med. Reisner, Karlsruhe
Dr. med. Steinmetz, Stuttgart

 

Mitgliederzahlen:

1972 >   170
1980 >   290
2002 >   900
2005 > 1060
2007 > 1100
2008 > 1153
2009 > 1175
2010 > 1209
2011 > 1212
2012 > 1321

 

Ehrenmitglieder der VSRN:

Prof. Dr. med. L. Diethelm
Dr. med. F. Eggs
Dr. med. R. Gustorf-Aeckerle
Prof. Dr. med. W. Hellriegel
Prof. Dr. med. F. Heuck
Dr. med. G. Lechner
Dr. med. E. Rall
Dr. med. H.-W. Rathenow
Prof. Dr. med. A. Reisner
Prof. Dr. med. K. Reisner
Prof. Dr. med. A. Wackenheim
Dr. med. habil. M. Weisswange
Prof. Dr. med. W. Wenz

 

Beirat Fort- und Weiterbildungsausschuss

Prof. Dr. med. A.J. Aschoff, Kempten
PD Dr. med. habil. J. O. Balzer, Mainz
Prof. Dr. med. H.J. Brambs, Ulm
Prof. Dr. med. J. Bremerich, Basel
Prof. Dr. med. C. Claussen, Tübingen
Prof. Dr. med. S. Delorme, Heidelberg
Prof. Dr. med. C. Düber, Mainz
Prof. Dr. med. M. Funke, Baden-Baden
Prof. Dr. med. P. Hallscheidt, Heidelberg
Prof. Dr. med. C.P. Heußel, Heidelberg
Dr. med. W. Höpfner, Pforzheim
Prof. Dr. med. P. Huppert, Darmstadt
Prof. Dr. med. H.-U. Kauczor, Heidelberg
PD Dr. med. U. Kramer, Tübingen
Prof. Dr. med. J. Laubenberger, Offenburg
Prof. Dr. med. M. Langer, Freiburg im Breisgau
Prof. Dr. med. G. Layer, Ludwigshafen
Prof. Dr. med. K.-J. Lehmann, Karlsruhe
Prof. Dr. med. M. Lenz, Reutlingen
Prof. Dr. med. Andreas Mahnken, Marburg
Prof. Dr. med. S. Miller, Tübingen
Prof. Dr. med. M. Müller-Schimpfle, Frankfurt am Main
Prof. Dr. rer. nat. W. Neff, Mannheim
Prof. Dr. med. G. Nöldge, Heidelberg
Prof. Dr. med. C. Pfannenberg, Tübingen
Prof. Dr. med. H.-P. Schlemmer, Heidelberg
Prof. Dr. med. S. Schönberg, Mannheim

Univ.-Prof. Dr. med. Gundula Staatz, Mainz
Prof. Dr. med. M. Uhl, Freiburg im Breisgau
Prof. Dr. med. Michael Uder, Erlangen
Prof. Dr. med. W. Weber, Freiburg im Breisgau

Prof. Dr. med. Marco Zanetti, Zürich


 

 

Ziele der VSRN:

Qualitätsverbesserung und Qualitätssicherung in der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie sowie der
Nuklearmedizin mit Hilfe moderner Ausbildungskonzepte.

 

Vorgeschichte
Die Gründung der VSRN erfolgte am 21.4.1951 in Karlsruhe. Ihr regionales Einzugsgebiet umfasste traditionell Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saargebiet. Aktuell erreichen die Fortbildungsveranstaltungen der VSRN auch Kollegen aus Hesen, Bayer und der Schweiz. Die Hauptaktivität der VSRN bestand bis in die 90er Jahre in der Abhaltung  von über 40 Jahrestagungen, meist im Wechsel mit der Hessischen Gesellschaft für medizinische Strahlenkunde. Ziel war die Darstellung neuer radiologischen Entwicklungen, vermittelt durch zahlreiche Vorträge. Diese Kongresse hatten beachtliches Niveau. Sie boten traditionsgemäß dem akademisch-radiologischen Nachwuchs die Plattform für erstes öffentliches Auftreten. Der gesellschaftliche Teil bei diesen Veranstaltungen wurde sehr betont, das hatte aber seine Berechtigung, da damals wenig berufliche Kontaktmöglichkeiten bestanden.
Ab den späten 70er Jahren zeigten sich aber erste Probleme. Die Jugend, d.h. der radiologische Nachwuchs blieb zunehmend aus. Die regionalen Gesellschaften überalterten und die Jahrestagungen litten an einem dramatischen Schwund an angemeldeten und zahlungswilligen Teilnehmern. Hohe Defizite drohten und führten zu kaum vertretbaren Forderungen an industrielle Sponsoren. Folgende Alternativen ergaben sich für die regionalen Vereinigungen: Ein Dahinsiechen, Selbstauflösung (der von unseren Hessischen Partnern leider gewählte Weg) oder selbstkritische Analyse des eigenen Versagens und die Entwicklung neuer Strukturen.    
Wir wählten den letzteren Weg. Bereits 1980, während der Jahrestagung in Karlsruhe behandelten wir das Problem. Der erste Vorsitzende wechselte in die Position des zweiten mit dem Versprechen, eine mehr praxisbezogene Fortbildung  in den Mittelpunkt der VSRN-Arbeit zu stellen. Hieraus ergab sich, nach detaillierter statistischer Auswertung von 20 Seminaren der Karlsruher Tagung, am 10.11.1980 der Entscheid des Vorstands, weitere Seminare lokoregional zu veranstalten und nach deren Analyse ein langfristiges Konzept zu entwickeln.
Uns war klar, dass wir unfähig geworden waren, die in Weiterbildung stehenden Assistenten und die nach Fortbildung suchenden Fachärzte überhaupt  zu erreichen. Wir mussten also beide Zielgruppen direkt aufsuchen und ihre Wünsche ausforschen. Wir veranstalteten  von 1980-1990 48 radiologische Seminare und Kolloquien in verschiedensten Orten Südwestdeutschlands. Fünf Universitäten und mehrere nichtuniversitäre Krankenhäuser unterstützten uns nach intensiven Vorgesprächen bei diesem Vorhaben. 1985 wählten wir unser bekanntes VSRN- Label, welches zu einem Symbol für den Neuanfang werden sollte. 1988 erfolgte von Karlsruhe aus die Gründung einer Interessengruppe „Radiologisches  Chefarzttreffen“. Hier diskutierten wir Wünsche der Weiterbilder und konnten direkt Chefärzte für  das Projekt der VSRN gewinnen.

Am 30.9.1989 berief die VSRN einen „Weiter- und Fortbildungsausschuss“. Mit Zustimmung von 6 unserer 7 Universitäten (nur Mainz zeigte sich zunächst unentschlossen) ging an den 2.Vorsitzenden der VSRN am 9.2.1990 der Auftrag, den Lehr- und Organisationsplan einer regionalen Kursveranstaltung zu entwerfen. Seine Vorschläge hierzu sind aus einem Rundbrief  vom 12.3.1990 zu ersehen. Die ersten „Frühjahrskurse“ fanden am 1. und 2. Februar 1991 in Karlsruhe statt.
 
Das Konzept der Frühjahrskurse
 
1. Qualitätsverbesserung und Qualitätssicherung der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie mit Hilfe neuer
    Unterrichtsstrukturen.
2. Die regionale Weiterbildung und Fortbildung ist Hauptaufgabe der VSRN.
3. Eine klare Definition von Zielgruppen ist für die Kursplanung entscheidend.                                                 
4. Das Prinzip des “gestaffelten“ Unterrichts: Getrennt laufende Kursserien, entsprechend dem jeweiligen
    Ausbildungsstand der definierten Zielgruppen (z.B. Grund- und Fortgeschrittenenkurse).
5. Das „Baukastenprinzip“: Individuelle Auswahl von Kursen verschiedener Zielsetzung durch die Teilnehmer selbst
    (Anmerkung: Dieser Wunsch hat sich in der Praxis nur dadurch ohne Störung des Gesamtkonzepts umsetzen
    lassen, dass jede Kursart getrennt gebucht werden muss; dies wird zu 20-30% genutzt ).
6.  Die Definition der Kurse
     a)  Es handelt sich um keine Vortragsveranstaltung, um keine wissenschaftliche Tagung und um kein Symposion.
     b)  Kursdauer: 45-60 Minuten (nur bei klar begrenzter Thematik: 30 Minuten).Grund: Nur so wird der Kurscharakter
          der Veranstaltung gewahrt. Einbezogen sind in diese Zeiten jeweils 10- 15 Minuten Diskussion.
          Strikte Einhaltung der Redezeit obligatorisch.
    c)  Jeweils umfassende Darstellung des vorgegebenen Themas( „State of the Art“). Berücksichtigung
         des Ausbildungsstandes der Zielgruppe. Kritische Beurteilung der wissenschaftlichen Entwicklung.
    d)  Jeder Kurs ist Teil einer Kursserie. Diese Serien werden jeweils unter einem Organ-, Krankheits-
         oder Technikbezogenen Hauptthema angeboten.
7. Weitere Ziele
    a)  Berücksichtigung von radiologischen Subspezialitäten, wie z.B. Neuroradiologie, HNO- Bereich,
         interventionelle Radiologie, Kinderradiologie.
    b)  Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten auch Heranziehung ausländischer Kollegen für spezielle Themen.
         Eine solche Zusammenarbeit hat sich zum Beispiel mit den Schweizer Kollegen bestens  bewährt.
    c)  Beteiligung Klinischer Fächer bei bestimmten Kursen. Rundtisch- Diskussionen . Die schnelle Entwicklung
         neuer Therapien und nichtradiologischer Untersuchungsmethoden verursacht klinische
         Kenntnisdefizite, insbesondere bei nicht am Krankenhaus arbeitenden Radiologen (mangelndes „feed-back“).
         Die von der VSRN bisher erprobten radiologisch–klinische Kursserien zeigten hohe Akzeptanz
         (z.B. Kurs Knochentumoren, Schädelbasis, Thorax- und Abdominalerkrankungen).
    d)  Berücksichtigung der theoretischen Weiterbildung von Assistenten, zum Beispiel in Strahlenphysik
        ( MRT und CT).
8. Qualitätskontrolle: Sie bezieht sich auf die Referenten, das Kursprogramm und den organisatorischen Ablauf der
    Veranstaltung. Die Fragebögen der Akademie und Ärztekammern sind hierfür nicht ausreichend, Jährliche VSRN-
    Recherchen, inklusive interner statistischer Erhebungen sind für die Zukunftsplanung der VSRN unverzichtbar.
9. Weiter- und Fortbildungsausschuss: Die Vorplanung  der Kurse obliegt dem Leiter der Frühjahrskurse, unterstützt
    vom Vorstand. Die Programmberatung sowie die Diskussion und endgültige Auswahl der Referenten erfolgt
    einvernehmlich in dem genannten Ausschuss. Dessen Mitglieder: Die radiologischen Ordinarien der 7
    südwestdeutschen Universitäten bzw. die von ihnen benannten Vertreter; mehrere Chefärzte nichtuniversitärer
    Krankenhäuser; 1 Neuroradiologe; der Vorstand der VSRN; gegebenenfalls weitere spezielle Berater.
10. Industrieausstellung. Diese beschränkt sich bewusst auf Firmen, welche den Kursteilnehmern kursbezogene
      Zusatzinformationen geben können. Nur kleine Infostände. Nur begrenztes Sponsoring. Stand für medizinische
      Literatur.

 Die  Organisation der Kurse

a)  Tagungsort und Tagungsstätte: 1990 erfolgte eine vergleichende  Testung  zentraler Orte im Einzugsbereich
     Südwestdeutschland (Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart). Die Verkehrsanbindungen (BB, Autobahnen),
     Kongressgebäude, sowie Kongress- und  Hotelkosten erwiesen sich in Karlsruhe für die VSRN am günstigsten.
     Ebenso der feste Termin Februar.
b)  Sekretariat: Nach 9-jähriger Gesamtabwicklung der Frühjahrskurse über das Privatsekretariat (Frau Noack) des
      2. Vorsitzenden folgte die Einrichtung eines ständigen VSRN - Sekretariats (Frau Dinkel). Ab 2009 wurde eine
      branchenkundige Firma mit der Kongressorganisation beauftragt.    
c)  Finanzierung: Die Einnahmen der Frühjahrskurse sowie die Mitgliedsbeiträge müssen alle Kosten einschließlich
    der jährlichen Unkosten abdecken. Die Finanzierung  war anfangs bei fast leeren Kassen für den Organisator recht
     riskant. An dieser Stelle hat die  VSRN für die engagierte Arbeit zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
     Radiologischen Klinik der St.-Vincentius Krankenhäuser in Karlsruhe zu danken, welche unter Führung von
     Frau Noack jahrelang ihre Freizeit für unsere Sache eingesetzt haben.
     Auf Grund der günstigen Teilnehmerzahlen ist der VSRN–Haushalt heute so ausgeglichen, dass eine
     Weiterentwicklung nicht behindert wird. Spezielle, kleine oder neuartige Kurse sind ebenso möglich wie
     Zukunftsprojekte.

Ergebnisanalyse

Teilnehmerzahlen: Unser neues Veranstaltungskonzept  wurde schnell und nachhaltig angenommen.
Die Frühjahrskurse sind bis heute erfolgreich. Die Teilnehmerzahl lag im ersten Jahr, 1991, schon bei 344.
Sie stieg kontinuierlich und liegt heute (2013) bei über 1200. Wir wissen jedoch, dass Qualität mehr zählt als Quantität.
Die Mitgliederzahlen der VSRN betrugen vor Beginn der Frühjahrskurse unter 300. Heute (2013) liegen sie bei 1300.
Nicht nur die Teilnehmer sondern auch die Referenten betonen das gleichbleibend freundliche  und harmonische Klima der Frühjahrskurse. Wir tun viel für das Wohlbefinden unserer „Teilnehmer“, auch außerhalb der Kursräume.
Die großen Foyers wurden zum „Radiologen-Treff“. Wir haben von Anfang an auf eine entspannte Atmosphäre hingearbeitet.
Probleme: Einige der hartnäckigsten seien genannt. Bei den Referenten: Überziehung der Redezeit. Missachtung der geforderten Diskussionszeit. Keine Literaturhinweise mitgebracht. Bei den Teilnehmern: Fragebögen nicht ausgefüllt. Zu wenig Vorschläge zur Kursverbesserung. Zu wenig Mut bei der Einforderung von Diskussionsmöglichkeiten. Zu geringe Beteiligung bei den Mitgliederversammlungen.
 
Ausblick

Unser Konzept findet bei den radiologischen Ausbildern deutlich Zustimmung. Auch bei der DRG, welche unseren Rat
bei der Entwicklung der Akademie gesucht hat. Die DRG bietet selbst zentral Refresher-Kurse an, kann jedoch
regionale Ausbildungsaufgaben  nicht auch noch übernehmen. Sie wird sie aber sicher unterstützen.
Seit 1991,dem Beginn unserer Frühjahrskurse (Leitung 1991-2002 Prof. K. Reisner; 2003-2008 Prof. K .J. Lehmann und
ab 2009 Prof. P. Reimer) hat sich der Wunsch nach verbesserter radiologischer Ausbildung noch verstärkt.
Unsere „Kunden“ fordern zu Recht optimale Angebote. Das heißt: Viel Wissenszuwachs bei rationellem Zeiteinsatz, eine
kurze Anreise und  zumutbare Kosten.
Das Konzept der VSRN, Zielgruppen zu suchen und diese im Rahmen von Ausbildungsprogrammen, ihrem
Kenntnisstand entsprechend zu unterrichten, kann nach wie vor als richtungsweisend gelten. Dieses Angebot
gemeinschaftlich weiterzuentwickeln bleibt für die VSRN eine klare Herausforderung.